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Spitzen Leichtathletik Luzern 2010
am Sonntag, 8. August
im SPZ, Nottwil



Vierfacher Weltrekordhalter am 8.August in Nottwil

Marcel Hug - Lokalmatador bei Spitzen Leichtathletik Luzern
 
Innerhalb von vier Tagen setzte der Nottwiler Marcel Hug neue Massstäbe im Rollstuhlsport. Er erzielte vier Weltrekorde über 800, 1500, 5000 und 10’000m. Am 8. August startet er bei Spitzen Leichtathletik Luzern auf seiner Heimbahn in Nottwil über 1500m.
 
„Natürlich ist meine Motivation extrem hoch, wenn mich in Nottwil meine Nachbarn und Freunde anfeuern. Denn der Zuschauerlärm beflügelt mich“, schmunzelt der 24 Jahre alte Profisportler Marcel Hug. Auf der Bahn des Schweizer Paraplegikerzentrums trainiert er praktisch täglich, Abstimmungsprobleme wie auf anderen Anlagen gibt es für den Rollstuhlsportler nicht. Klar auch, dass er der erfolgreichste Innerschweizer Sportler sein wird, der am 8. August bei Spitzen Leichtathletik Luzern auf der Teilnehmerliste steht. Denn Marcel Hug ist seit Ende Juni vierfacher Weltrekordhalter.
 
Nur einer war geplant
„Wir waren total überrascht, dass alles so geklappt hat, denn geplant haben wir nur den Angriff auf den Rekord über 800m“ gibt Hugs Trainer Paul Odermatt zu Protokoll. Das 1500- und 5000m-Rennen an einem Abendmeeting in Arbon war nur als Aufwärmen fürs Wochenende gedacht. „Aber an diesem Donnerstagabend hat alles gepasst: tolle Stimmung, schnelle Bahn und gute Wetterbedingungen“, sind sich die beiden einig. An den Schweizer Meisterschaften am letzten Juni-Wochenende setzte er zwei Tage später das Vorhaben „800m-Weltrekord“ in die Tat um und doppelte über 10’000m nach.
 
„Entscheidend ist das Stehvermögen und vor allem die Schnelligkeit, welche auch eine gute Elastizität im Schulter- und Armbereich bedingt“, erklärt Paul Odermatt die grundlegenden Faktoren, die Hug an die Weltspitze führten. „Nach dem Erlebnis am Donnerstag bin ich zudem wie auf einer Wolke an den Meisterschaften gestartet, ich hatte ein totales Flowerlebnis“, versuchte Marcel Hug das Erlebte zu beschreiben.
 
Trainingsfeiss und Organisation
Wie bei den Läufern ist auch ein Mittelstreckenrennen bei den Rollstuhlfahrern mit Tempomachern organisiert. So hatte sich mit Marc Schuh ein deutscher 400m-Weltklassemann als Pacemaker für das 800m-Rennen zur Verfügung gestellt, denn das Duo Hug/Odermatt überlässt nichts dem Zufall. 14-15 Trainingseinheiten absolviert Hug pro Woche. Neben Fahr- steht auch Krafttraining, verbunden mit einer guten medizinische Betreuung auf dem Programm. Der Luzerner Betreuer und Sportphysiotherapeut Peter De Regt staunt denn auch nicht über Hugs Leistungen. „Marcel kann noch viel mehr.“
 
Und wo soll die sportliche Reise hingehen? „Wir haben einen 12-Jahresplan ausgeheckt und stehen nun im 2. Jahr“, lässt sich das Duo Hug/Odermatt in die Karten blicken. Nächstes grosses Ziel sind die Paralympics 2012 in London und dann wird auch der Marathon-Weltrekord fokussiert. Die Konkurrenz wird aber mit jedem Jahr härter, denn jetzt kommen einige Athleten in die Elitekategorien, die schon als Jugendliche im Rollstuhlsport aktiv waren. So auch Hug, der wegen eines offenen Rückens seit Geburt an den Rollstuhl gebunden ist und 1996 als 10 Jahre alter thurgauischer Bauernbub erstmals an einem Rennen startete.
 
Seit fünf Jahren ist der gelernte Kaufmann und Computerfreak – seine Homepage ist mustergültig (marcelhug.com) – Mitglied des Schweizer Nationalkaders. Ein kleines Juibläum also. Das Geschenk dazu will Marcel Hug dem Publikum am 8. August vor seiner Haustür in Nottwil mit einer tollen Leistung bei Spitzen Leichathletik Luzern gleich selbst überreichen.
 
 
Legenden
Marcel Hug (links) wird auch im Ausland meistens von Trainer Paul Odermatt (rechts) begleitet.





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